Kultur in Greifenburg
Ein aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. stammender Römerstein, welcher den Zugang zur Friedhofskirche ziert, bezeugt die Besiedelung dieses Gebietes schon in keltisch-römischer Zeit. Es wird vermutet, dass Greifenburg schon damals Kopfstation des Römerwegs nach Gurina war, 1166 erwähnt die Urkunde von Pusarnitz zum ersten Mal den Namen "GREIFENBURG". 1267 bereits zum Markt erhoben, bildete Greifenburg inmitten des Machtbereiches der Görzer eine Enklave. Aus dem Jahre 1265 existiert ein Teilungsplan, dem das Greifenburger Urbar seine Entstehung verdankt.
Schloss Greifenburg

Das Schloss ist nördlich über dem Ort gelegen. Urkundlich erstmals 1166 als im Besitz des Herzogs von Kärnten erwähnt. 1295 stirbt hier Meinhard von Tirol. 1335 wird der Besitz von den Herzögen Albrecht und Otto von Österreich als Lehen an die Grafen von Görz vergeben. Von 1393 bis 1537 war die Herrschaft habsburgisch, bis 1626 im Besitz der Grafen von Ortenburg, danach bis 1943 der Grafen von Rosenberg. Die Anlage besteht aus einem viergeschossigen Schlossbau im Norden mit im Kern hochmittelalterlicher Burg aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und der Unteren Burg, einer zweiten Burganlage oberhalb der Pfarrkirche. Vorburg und Untere Burg wurden in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bastionsartig zusammengebaut.
Der ehemalige Burghof wurde erweitert und die Burg zu einem Schloss ausgebaut, wobei der Eingang auf die Südseite verlegt wurde. 1972 wurde mit einer Neuadaptierung begonnen und 1983 der östliche Abschnitt der Basteimauer mit der Ostecke teilweise ebenso wie rustizierte Fenstergewände des 17. Jahrhunderts an der Nordseite des Schlosses freigelegt.
Pfarrkirche zu St. Katharina in Greifenburg

Geschichte: Die Pfarrkirche wurde im Jahre 1229 erstmalsurkundlich erwähnt. Die Errichtung des heutigen Gotteshauses, eines spätgotischen Sakralbaus, erfolgte unter der Bauleitung von Lorenz Rieder. Die Pfarrkirche wurde 1521 vollendet. Auf die weitgehende barocke Umgestaltung weist die Jahreszahl 1697 am Triumphbogen hin. Eine umfassende Restaurierung der Kirche wurde 1851 vorgenommen.
Äußeres: An das dreischiffige Hallenlanghaus mit fünf Jochen schließt in Mittelschiffbreite der zweijochige Chorraum an, der einen 3/8-Schluss aufweist. Im nördlichen Winkel zwischen Chor und Langhaus erhebt sich der mächtige gotische Turm mit barockem Zwiebelhelm. Der zweigeschossige Anbau an der Südwand des Chores beherbergt im Erdgeschoß die gotische Sakristei und darüber ein barockes Oratorium. Die dreiachsige Westfassade ist in zwei Geschoße gegliedert, der obere Bereich ist mit einer Volutenrahmung versehen. Über dem Westportal befindet sich in einer Rundbogennische eine Skulptur des Hl. Florian. Das spitzbogige profilierte Südportal stammt noch aus spätgotischer Zeit. Das Netzrippengewölbe des Chores wird von abgefasten Wandvorlagen getragen, das etwas niedrigere Langhaus ist mit einer flachen Holzdecke ausgestattet.
Innenraum: Der Chor entspricht in der Höhe dem weiträumigen Langhaus. Das Tonnengewölbe mit Stichkappen wird von wuchtigen quadratischen Pfeilern mit abgefasten Kanten getragen. Die Gewölbefenster sind mit zarter Stuckornamentik gerahmt. Eine barocke Empore nimmt die Westseite des Langhauses ein. Ein spitzbogiger profilierter Triumphbogen bildet den Übergang zum Chorraum mit zwei Vorjochen und 3/8-Schluss. Das Netzrippengewölbe des Chores ruht auf halbrunden Vorlagen und ist mit bemalten Schlusssteinen dekoriert. Drei hohe Spitzbogenfenster sorgen für ausreichenden Lichteinfall, über dem barocken Sakristeiportal an der Südwand befinden sich zwei Bogenöffnungen mit Balustraden. Der Hochaltar mit romantisierender Säulenarchitektur wurde 1842 aufgestellt. Das Mittelbild zeigt die Hl. Katharina von Alexandria in einer Gloriole. Das Altarblatt wird von den Skulpturen der Apostelfürsten Petrus und Paulus flankiert.
Der Marktplatz

Auf dem Marktplatz befand sich lange Zeit die Originalstatue der Drau von Johann Meixner, aus dem Jahr 1869, welche ehemals am Wiener Albrechtsbrunnen vor der Albertina gestanden ist und in den 90-er Jahren wieder ihren ursprünglichen Platz in Wien eingenommen hat. Seither ziert den Marktplatz eine Kopie der Drau.
Pfarrkirche St. Nikolaus in Waisach

Lage: in Waisach, 3 km südöstlich von Greifenburg.
Geschichte: Das kleine Gotteshaus aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde im Jahre 1423 geweiht. Später erfolgte eine teilweise Neuausstattung der Kirche im Stil des Barock. Im 19. Jahrhundert kamen einige Einrichtungsteile im neugotischen Stil hinzu.
Äußeres: Der einfache Sakralbau ist mit einem eingezogenen Chor mit 5/8-Abschluss ausgestattet. An der Südseite des Chores erhebt sich der Kirchturm mit barockem Zwiebelhelm, an der Nordseite befindet sich der Sakristeianbau.
Innenraum: Das Netzrippengewölbe des dreijochigen Langhauses wird von halbrunden Vorlagen getragen. Im 18. Jahrhundert wurde die hölzerne Empore mit vorschwingendem Mittelteil eingebaut. Im Osten wird das Langhaus von einem spitzbogigen, abgefasten Triumphbogen begrenzt. Das Kreuzrippengewölbe des einjochigen Chores mit 5/8-Abschluss ruht auf halbrunden Wandvorlagen mit Kapitellen. Die Schlusssteine des Gewölbes sind mit Darstellungen der Gottesmutter mit Kind, des Hl. Johannes d. Evangelisten, der Hl. Barbara und vermutlich des Hl. Nikolaus geschmückt. An der Nordseite des Chores ist eine eiserne Sakristeitür in einem spitzbogigen, profilierten Rahmen zu sehen. Der barocke Hochaltar entstand 1713; die Mittelfigur, eine Statue des Hl. Nikolaus aus der Zeit um 1500, wird von den Skulpturen St. Valentin und St. Ulrich flankiert. Das Bild “Marienkrönung“ ziert den Aufsatz des Hochaltares. Der rechte Seitenaltar und die Kanzel der Pfarrkirche sind neugotisch und wurden im 19. Jahrhundert aufgestellt. Der gotische Taufstein wurde im 18. Jahrhundert mit einem barocken Aufsatz versehen. Beachtung verdienen auch die qualitätsvollen Kreuzwegbilder aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Weitere Kirchen im Umkreis

Die Besichtigung des Gnoppnitzer Kirchls können Sie direkt mit einem Besuch im Bergbauernmuseum oder einer Wasserweg-Wanderung durch den Gnoppnitzgraben verbinden. Sind Sie am Radweg von Berg in Richtung Greifenburg unterwegs, dann lohnt sich eine Pause beim idyllisch gelegenen Amlacher Kirchl. St. Athanasius, eine Filialkirche von Berg, muss an dieser Stelle auch erwähnt werden, da hier in den Sommermonaten klassische Chorkonzerte veranstaltet werden.
Bergbauernmuseum

In sechs Räumen dokumentieren ca. 500 Exponate die harte Arbeit des Bergbauern im steilen Hang besonders interessant: Rauchkuchl, Handwerksraum, "Arbeit des Bauern in den 4 Jahreszeiten". Ganz neu: eine Schulklasse von "einst". Außerhalb des Gebäudes können Sie moderne Techniken mit den historischen Arbeitsweisen vergleichen.
INFORMATION
9761 Greifenburg, Gnoppnitz
Tel: 04712/82095, 427 oder 8704
ÖFFNUNGSZEITEN
15.Mai bis 10. Juli - Donnerstag, Freitag, Samstag von 13 bis 16 Uhr
11.Juli bis 31. August - Montag bis Samstag von 12 bis 16 Uhr
01. September bis 30. September - Donnerstag, Freitag, Samstag von 13 bis 16 Uhr
Außerhalb der Öffnungszeiten jederzeit möglich: Telefonische Anmeldung beim Gasthof Edelweiß: 04712/427 . Durchschnittliche Verweildauer: 20 Minuten
Bücherei Greifenburg
Für einen verregneten Tag oder aber auch als Abwechslung am Strand finden Sie in der Öffentlichen Bücherei Greifenburg spannende Lektüre.
Öffnungszeiten:
Mittwoch 16:00 Uhr bis 17:00 Uhr